• Plakat
  • slider 001
  • slider 001 1
  • Versuch10
  • Foto2

Termine

Umwandlung in Eigentum — Verkauf von Mietwohnungen: Vernetzung für einen Erfahrungs- und Ideenaustausch für Mieter*innen

Hier ein Beispiel aus einem der ehemaligen Taekkerhäuser:


Das Haus in der Kreuzberger Arndtstraße 14 mit 9 Wohneinheiten wurde 2008 von der Firma Taekker gekauft. 2012 wurde es durch Taekker in Eigentum umgewandelt und aufgeteilt. Im April 2017 tritt Taekker als Geschäftsführer zurück und verkaufte das Haus an Round Hill Capital.
Residea — Tochtergesellschaft von Taekker — bleibt nach Namensumbenennung Hausverwaltung unter der alten Adresse am Paul-Lincke-Ufer.
Ab Juni 2017 wird die Fassade und seit Januar 2018 das Treppenhaus renoviert.

Im Juni 2017 kündigt Trendcity brieflich an, die beauftragte Maklerfirma für den Verkauf der einzelnen Wohnungen zu sein.


Anfang Januar wird bei Trendcity eine leere, renovierungsbedürftige Wohnung mit 67 m² für 375.000 € d.h. 5 597 € /m² angeboten.
Am 10. Januar wird die Anzeige zurückgezogen. Laut Maklerin soll sie durch die steigende Anfrage später nochmal zu einem höheren Preis angeboten werden.
Die Dachgeschosswohnung steht seit Monaten leer.
Seit mehreren Jahren wurden für diese beiden Wohneinheiten immer nur zeitlich, auf maximal zwei Jahre befristete Mietverträge, abgeschlossen.

2018 ist das Haus noch sozial gebunden, aber mit Ablauf des Jahres wird es aus der Bindung herausfallen.
Das Bauamt lehnt einen "Rückkauf" des Hauses ab, denn die Umwandlung wurde vor 2015 beantragt und genehmigt. Der neuen Gesetzgebung, die das erschwert wurde dadurch vorgegriffen.

Die Hausgemeinschaft sucht darum nach Lösungen um das Haus zu erhalten und gleichzeitig nach Mieter*innen in Häusern, die in der selben Situation sind.

Vernetzung für einen Erfahrungs- und Ideenaustausch für Mieter*innen die durch Umwandlung in Eigentum und Verkauf der Wohnungen von Verdrängung bedroht sind — schreibt uns für die Koordination an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wir bleiben Alle!
Willibald-Alexis-Str. 34 ─ Die Geschichte wiederholt sich…

Vielleicht erinnern sich einige: Das ehemals besetzte, dann viele Jahre der Gewobag gehörende Haus Willibald-Alexis-Str. 34 wurde 2004 privatisiert. Nach spekulativen Weiterverkäufen wurden  2011 die Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt und die meisten der Wohnungen sind mittlerweile an private Einzeleigentümer*innen verkauft.

1980

Während der Verkaufsprozesse wurden die Mieter*innen mit abstrusen Vorwürfen und Abmahnungen überzogen, sogar ein externer Internetblog wurde bezichtigt, „Beleidigung, Nötigung und Sachbeschädigung“ betrieben zu haben.
07.12.2017: Offener Brief an Senatorin Katrin Lompscher zur Situation der Mieter*innen Maybachufer 40-42 und Manitiusstraße 17-19

Sehr geehrte Frau Lompscher,

wir wenden uns auf diesem Weg an Sie und die Öffentlichkeit, um auf ein himmelschreiendes Unrecht aufmerksam zu machen. Explizit an Sie wenden wir uns mit diesem Offenen Brief, weil Sie die Möglichkeit haben, dieses Unrecht zu verhindern.

Wie Ihnen bekannt ist, werden 99 Mietparteien in den Häusern Manitiusstraße 17-19 und Maybachufer 40-42 ein Weihnachtsfest in großer Angst und Sorge um ihre Zukunft verbringen. Ihr Vermieter, die Maybachufer GmbH & Co. KG, verlangt von ihnen eine Mieterhöhung auf einen Quadratmeterpreis in Höhe von 9,82 Euro Nettokaltmiete. Weder nach dem Mietspiegel noch nach den bisherigen Vereinbarungen zwischen dem Vermieter und der Investitionsbank Berlin ist dies rechtmäßig. Doch der Vermieter sieht sich an die Vereinbarungen nicht mehr gebunden, da sie im Zusammenhang mit einem Darlehen der IBB in Höhe von 2,8 Millionen Euro standen und ihm dieses Darlehen im Wege der wirtschaftlichen Sanierung erlassen wurde.

Ein Geschenk von fast 3 Millionen Euro missbraucht die Maybachufer GmbH & Co. KG, um ihre Mieter*innen mit hemmungslos überzogenen Mietforderungen zu drangsalieren und sie aus ihren Wohnungen zu drängen. Das ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten.
27.11.2017 Pressemitteilung Peng! Kollektiv: Haunted Landlord — Die Rückkehr der Entmieteten

Ein von Peng! programmierter Bot ruft automatisiert eine Woche lang mehrmals am Tag und zu verschiedenen Uhrzeiten bei Immobilienfirmen und Hauseigentümer*innen an und spielt die Schicksale der von ihnen verdrängter Mieter*innen ab.
Die Entmieteten kehren zurück, um diejenigen zu plagen, die sie auf die Straße gesetzt haben.
Dafür sammelte das Peng! Kollektiv Geschichten von Betroffenen aus Berlin, Leipzig und Frankfurt und ließ sie von Schauspieler*innen nachsprechen.

Skrupellose Entmietungen und Zwangsräumungen sind ein geläufiges Mittel, um dann durch den Verkauf oder die Neuvermietung von Wohnungen enorme Profite zu erwirtschaften. Um große Renditen zu erzielen, verdrängen jedes Jahr Immobilienfirmen, Eigentümer*innen und Investitionsfonds tausende Menschen mit heftigen und dubiosen Methoden aus ihren Wohnungen und aus ihrem Kiez. Das hinterlässt tiefen Spuren in den Leben der Betroffenen und
zerstört das soziale Geflecht ganzer Stadteile.
Oranienstraße in Kreuzberg — Verdunkelung statt Festival of Lights

Um zu zeigen wie sich die Oranienstraße entwickeln wird, wenn die Mieten weiter ins Uferlose steigen, veranstalteten Gewerbetreibende am Mittwochabend, 18.10.2017, eine ungewöhnliche Protestaktion.
Rund 80 Läden verhängten zwischen 17 und 19 Uhr ihre Schaufenster mit Laken und Zeitungspapier.
Unterstützt wurde die Aktion von den Nachbarschaftsinitiativen Bizim Kiez, GloReiche und ORA35.


1846v


weitere Fotos beim Umbruch Bildarchiv
Nichts darf man selber machen… — Ein stadtpolitisches Statement zur Räumung der Volksbühne

Nichts darf man selber machen…

Die Volksbühne war in den letzten Monaten Gegenstand und Thema einer gesellschaftlichen Debatte über die Kulturpolitik in Berlin. Dann wurde sie Ort und Arena dieser Auseinandersetzungen. Die interventionistische Inszenierung erzwang eine Positionierung der Beteiligten und die am Donnerstag erfolgte Räumung legte die Interessen und Kräfteverhältnisse der Berliner Kultur- und Stadtpolitik offen. Es ging und geht nicht nur um Fragen der Programmgestaltung und des Personals, sondern vor allem darum, für und mit wem Theater in Berlin gemacht werden soll. Eine jahrelange Debatte darüber, was Kunst sein sollte, wie Kultur unsere Stadt verändert und wie die oft prekäre Kulturarbeit in Berlin angemessen bezahlt werden könnte, musste mit der Besetzung der Volksbühne endlich auch öffentlich verhandelt werden. Die Forderung nach einer kollektiven Intendanz verstehen wir als das Begehren nach einer möglichst breiten und vielfältigen Mitgestaltung an all den Fragen, die das Theater und die Kulturpolitik betreffen.
update: die besetzte Volksbühne wurde heute am 28.09.2017 geräumt!

Volksbühne besetzt


22.09.2017 Pressetext zur transmedialen Theaterinszenierung B 61-12

Beim Intendantenwechsel der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz geht es um mehr als um die Frage nach geeignetem Führungspersonal für ein beliebiges Theater.

Das Theaterhaus ist ein Symbol für die Stadtentwicklung.

Wenn wir die Abwicklung eines widerständigen Ortes nicht hinnehmen, stellen wir damit die Fragen:

Wem gehört die Stadt? In welchen Verhältnissen wollen wir arbeiten, wohnen und wirken? Wie verteidigen wir unsere Vision einer Großstadt, in der sich alle Menschen in gleichwertigen Lebensverhältnissen friedlich entfalten können.

In Berlin lag eine historisch bedingte, einzigartige Situation vor: Im Zentrum der Stadt gab es günstigen bis kostenfreien Raum im Überfluss. Unsere Stadt wurde einst zum Ort der Sehnsucht — attraktiv und lebenswert für freiheitsliebende und kreative Menschen aus aller Welt. Alles erschien möglich. Der kulturelle Sektor avancierte auch aufgrund mangelnder Industrie zu einem der zentralen ökonomischen Träger.

In den 90er Jahren herrschten in Berlin nahezu anarchische Zustände, die unsere Lebensqualität jedoch nicht minderten. Sie waren vielmehr Bedingung für die Entwicklung kultureller Vielfalt.

Doch das Potential verpuffte, denn der Überfluss an Raum wurde nicht mit politischem Willen erhalten. Unsere Stadt wurde vielmehr als Beute dargeboten und der Profitgier schienen keine Grenzen gesetzt. Berlin ist heute ein Weg vorgezeichnet, den schon andere europäische Metropolen beschritten: ein Weg der Verdrängung, ein Weg der Ausgrenzung, ein Weg der Zerschlagung jeglichen Gemeinschaftsgefühls.
Pressemitteilung für die Demonstration am Samstag 09.09.2017 um 14 Uhr am Oranienplatz „Wem gehört die Stadt? — Gegen hohe Mieten und Zwangsräumungen — Für eine Stadt von Unten”

Armut, Wohnungslosigkeit und hohe Mieten sind als Themen im Wahlkampf angekommen. Erstaunlich spät, wo Verarmung, Entmietung, Modernisierungsstress, Mieterhöhungen und Obdachlosigkeit für immer mehr Menschen vor allem in Großstädten zum alltäglich spürbaren und sichtbaren Problem geworden sind. Lösungen haben die Parteien für diese deutschlandweiten Probleme bisher nicht genannt.

Deshalb gehen am 09.09. Kiezinitiativen, mieten- und stadtpolitischen Gruppen unter dem Motto “Wem gehört die Stadt? — Solidarisch gegen hohe Mieten und Zwangsräumungen — Für die Stadt von Unten“ in Berlin-Kreuzberg und -Neukölln auf die Straße.

Die Demonstrationsroute ist nicht zufällig gewählt. In Kreuzberg und Neukölln bündeln sich zahlreiche Brennpunkte der Aufwertung und Verdrängung. Einige davon werden durch die Demonstration sichtbar gemacht und durch Redebeiträge dokumentiert.
Sa 09.09. um 14 Uhr Demo “Wem gehört die Stadt? — Gegen hohe Mieten und Zwangsräumungen”

Demo header
[Aufruf /deutsch]  [Call /English]  [Çağrı /Türkçe]  [Appel /Français]  [اللغة العربية]

„…und die Stadt gehört euch.“, „Berlin bleibt bezahlbar“, diese und andere leere Phrasen bestimmten das Stadtbild Berlins vor einem Jahr. Spätestens seit der brutalen Zwangsräumung des Kiezladens und sozialen Zentrums Friedel54 am 29. Juni 2017 ist klar, dass diese Stadt denen gehören soll, die am meisten bezahlen. Dass dafür Menschen auf die Straße geworfen, schleichend verdrängt, gekündigt, kriminalisiert und verprügelt werden, ist auch unter Rot-Rot-Grün Alltag . Es geht schließlich ums Prinzip. Das „Prinzip Eigentum“ zu schützen um es für die Eigentümer*innen verwertbar zu machen. Dafür scheint auch die neue Koalition im Senat der Garant sein zu wollen. Dass mit den Ausgaben für die Polizeieinsätzen zur Teilräumung der von Geflüchteten besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule und der des Kiezladens F54 ganze Häuser gekauft und Jahresmieten hätten beglichen werden können, unterstreicht noch einmal, wie sehr dieses Prinzip des Eigentums hohe Kosten und Gewalt beinhaltet. Ziel ist es Nachahmer*innen abzuschrecken und Investor*innen anzulocken. Wir denken nicht, dass ein Kreuzchen bei der Bundestagswahl hieran etwas ändert.
Baustopp in der Friedelstraße 44 — Modernisierung ohne Genehmigung

Anfang April bekamen wir die Ankündigung der geplanten energetischen Modernisierung zugestellt. Demnach soll beispielsweise die Miete einer 58 qm großen Wohnung von derzeit 449 Euro Warmmiete um 271 Euro steigen, wie in der Modernisierungsankündigung mitgeteilt. Die Heizkosten betragen monatlich 85 Euro; nach der Sanierung sollen sie um 20 bis 30 Prozent sinken.
Im Klartext: Für die Einsparung von 25 höchstens 30 Euro an Heizkosten sollen wir nach der Sanierung 271 Euro mehr berappen.


Als Verwaltung des Hauses, die auch für die Modernisierung zuständig ist, fungiert die Berliner Gesellschaft für Vermögensverwaltung mbH (BGV) mit Sitz in der Cicerostraße 27 in Berlin-Mitte. Sollten die Eigentümer des Hauses, Yvonne und Stephan Lindow, ihre Pläne durchsetzen können, würde wohl die Mehrheit aus dem Kiez vertrieben, denn eine derartige Mieterhöhung kann kaum jemand in unserem Haus zahlen.
Presseerklärung des Hamburger Netzwerks Recht auf Stadt vom 11.07.2017: Zu den Protesten im Rahmen des G20-Gipfels und der Androhung, die Rote Flora aufzulösen

Wir, die Initiativen aus dem Netzwerk Recht auf Stadt, haben uns in der letzten Woche an zahlreichen Aktionen gegen den G20-Gipfel beteiligt und unseren vielfältigen, kreativen Protest gegen die Politik der Reichen und Mächtigen auf Hamburgs Straßen getragen. Wir haben die Türen unserer sozialen Zentren, Wohnungen, Bauwagenplätze, Kleingärten weit geöffnet, um den Tausenden von Menschen, die nach Hamburg gekommen sind, ihren legitimen und demokratischen Widerspruch zur Politik der G20 zu ermöglichen. Über die ganze Stadt verstreut gab es Oasen, Ruheorte, Infopunkte wie das Centro Sociale, das Gängeviertel, die fux-Kaserne und viele mehr, die in den Tagen des Gipfels zu Orten der Solidarität und des lebendigen Austausches wurden. Mit dem Arrivati-Park wurde am Pferdemarkt ein neuer Ort der Solidarität jenseits der Grenzen nationaler Zugehörigkeit geschaffen.

Diese Orte sind wichtige Ankerpunkte für eine solidarische Stadt von morgen, wie wir sie uns vorstellen.