25.01.2021 Pressemitteilung vom Bündnis gemeinsam gegen Obdachlosigkeit: Dritte Mahnwache gegen Obdachlosigkeit

Bei der nun schon dritten Mahnwache am Roten Rathaus am 29. und 30. Januar, genau 1 Jahr nach der Zählung, wollen wir auf die derzeitige Situation der scheinbar Vergessenen hinweisen und fordern angesichts der Covid19 Pandemie und des Mottos „Bleib Zuhause“, — „Gebt Zuhause“.

Safe the Date„Wir können nicht bis 2030 warten, bis die Obdachlosigkeit beendet werden soll. Jetzt ist die Pandemie und wieder wurde nur improvisiert um uns Menschen ohne Obdach über den Winter zu bringen“ sind die Worte eines Menschen, der derzeit kein eigenes Zuhause hat. Ganz besonders in diesem Jahr wollen wir als ein breites, immer noch wachsendes Bündnis gemeinsam gegen Obdachlosigkeit, bisher bestehend aus 29 diversen Initiativen, Gruppen, Organisationen und Bündnissen auf dieses unbequeme Thema aufmerksam machen, dass genau jetzt nicht nur ein Umdenken, sondern ein sofortiges Handeln gefordert ist.   

Wegen der derzeitigen Pandemie rufen wir nicht dazu auf zur Mahnwache zu kommen. Ihr könnt die Mahnwache auf den sozialen Medien unter #ObdachlosB2901 verfolgen und die Inhalte gerne teilen und verbreiten. Um dennoch eine starke Botschaft zu senden und unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen, wollen wir Rede-und Musikbeiträgen am Roten Rathaus medial begleiten, live streamen und der Öffentlichkeit Verfügung stellen.

Wir fordern die sofortige Beendigung von Zwangsräumungen und der Beschlagnahmung von bezugsfertigem leerstehendem Wohnraum um obdachlosen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund bedingungslos einen Schutzraum, ein Zuhause zu geben.

Wir freuen uns, dass die Berliner Obdachlosenhilfe, als Bündnispartnerin, die tägliche Speisung diese Mal am Roten Rathaus macht, um damit zu zeigen, dass Politik und Behörden viele Menschen bei all den Lockdown-Maßnahmen zurückgelassen hat. Der bekannte Swing-MusikerAndrej Hermlin wird mit seinem Sohn ebenfalls am Freitag, den 29. Januar, nach seinem Livestream einen Auftritt haben und auch die Rapperin Lena Stoehrfaktor konnten wir neben anderen für ein solidarisches Konzert gewinnen.

Wir können nicht nachvollziehen, dass uns, obwohl wir unser strenges Hygienekonzept den derzeitigen Bedingungen angepasst haben, uns das Straßen-und Grünflächenamt in diesem Jahr die Ausnahmegenehmigungen zum Aufstellen eines Dixiklos und eines Unterstandes verweigert. Beiden Mahnwachen 2019 und 2020 wurden uns keine Steine in den Weg gelegt um das Gedenken an die Kältetoten, die es auch diesen Winter schon gab, zu ermöglichen. Wenn jeder Obdachlose derzeit eine menschenwürdige Unterkunft hätte, wäre eine erneute Mahnwache nicht nötig.

Bündnis gemeinsam gegen Obdachlosigkeit

Unterstützende:
Berliner Obdachlosenhilfe, Selbstvertretung Wohnungsloser Menschen, Bündnis gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn, Iniforum Berlin, IG HAB, Klik e.V., AK Wohnungsnot, Deutsche Wohnen & Co enteignen, Aktivistinnen für Wohnen Mieten und Soziales, Initiative Neue Heimat Mitte, Aktionsbündnis solidarisches Kreuzberg, BIZIM KIEZ, Initiative Leerstand Hab ich saath, Kollektiv „Staub zu Glitzer“, Büro für ungewöhnliche Maßnahmen, Initiative Stadt von Unten, Armutsnetzwerk, Wohnungslosenparlament in Gründung, Potse, Drugstore, VernetzungderAkelius-Mieter*innen, Aufstehen AG Wohnen, Gangway e.V. Straßensozialarbeitin Berlin, Initiative Wem gehört Berlin, Mieterprotest Kosmosviertel, Eberhard-Schultz-Stiftung, Initiative Zwangsräumung verhindern, Initiative Berlin VS Amazon, Mieter TV P2

Flyer zum Download