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Wir — die Stadtteilinitiative WEM GEHÖRT KREUZBERG — möchten gerne die Karte der Verdrängungsprozesse für "61" aktualisieren: viele Mietshäuser haben nicht nur die Abgeschlossenheitserklärung, sondern sind mittlerweile in Eigentumswohnungen umgewandelt. Kündigungen wegen 'Eigenbedarf' haben Hochkonjunktur. Ferienwohnungen in lukratives möbliertes, zeitlich befristetes Wohnen übertragen. Kleingewerbetreibende verdrängt...
Schaut doch mal in der Karte nach, ob in euren Häusern Daten aktualisiert werden sollten oder ob euer Haus überhaupt schon auf der Karte ist.
24.10.2018: Pressemitteilung zur Absage der „Google Campus“-Pläne in Berlin-Kreuzberg

Mit Freude haben wir die — zumindest vorläufige — Absage des Google Konzerns zur Kenntnis genommen, in Berlin-Kreuzberg einen sogenannten „Google Startup Campus“ errichten zu wollen.

Zu dieser Absage sagt Ulrike Schneider, Aktivistin beim Initiativkreis „Google Campus & Co verhindern!“:„Google ist und bleibt ein Scheiß-Konzern, der seine Gewinne mit Überwachung, Ausschnüffelei, Zusammenarbeit mit Militär und Geheimdiensten sowie Steuertricks macht.
Wir werden Google & Co weiter angreifen und gleichzeitig Alternativen zu Google-Produkten breiter bekanntmachen.“

Wichtig erscheint Schneider, dass der Campus von unten verhindert wurde. „Der geplante Google Campus wurde, gegen die Interessen der etablierten Politik von allen Parteien, durch einen breiten und vielfältigen Widerstand von Anwohner*innen und Aktivist*innen mit vielfältigen Mitteln — darunter Demonstrationen, Kundgebungen, Farbbeutelwürfe, Sprühereien, Transparente, Infostände, Plakate, Flugblätter und die Besetzung Anfang September — verhindert. Wir hoffen, dass die erfolgreiche Verhinderung des „Google Campus Berlin“ alle Menschen, die etwa in San Jose und an vielen anderen Orten der Welt gegen Projekte von Google  und anderen Tech-Konzernen kämpfen, ermutigt.“

Urike Schneider weiter: „Es gibt noch diverse weitere „Startup“-Projekte, die wir nun verhindern wollen, darunter etwa das geplante neue „Startup“-Zentrum am Oranienplatz in den Räumen der derzeitigen „Denkerei“, die durch Mieterhöhung zum Auszug gezwungen werden soll, sowie das „Startup“-Projekt „the shelf“ in der Prinzenstraße. Verschiedene andere Gebäude wollen wir so bald wie möglich einer sinnvollen, gemeinnützigen Nutzung zuführen. Hierzu gehört etwa das viel kritisierte Luxushotel „Orania“ ebenfalls am Oranienplatz sowie die „Factory Berlin“ am Görlitzer Park, deren Gründung nur durch die Vertreibung der vorherigen Nutzerinnen und Nutzer möglich war.“

Seit Jahren ist die Entwicklung Berlins von Privatisierung, steigenden Mieten, Verdrängung und Zwangsräumungen geprägt. Doch es gibt auch Protest auf vielen Ebenen, etwa im Rahmen der Kampagnen #BESETZEN und „Zwangsräumungen verhindern!“.

Ulrike Schneider: „Wir hoffen, dass auch der Protest für eine Stadt für alle durch die erfolgreiche Verhinderung des „Google Campus“ gestärkt wird. Das Problem von steigenden Mieten und Verdrängung lässt sich nicht durch Digitalisierung und „Smart City“-Konzepte lösen, sondern durch die von unten organisierte Enteignung der Immobilienkonzerne, durch Mietboykott, Besetzungen und die Übernahme der Häuser in die gemeinnützige Selbstverwaltung der Nutzerinnen und Nutzer.“

Jetzt erst recht: Stadt für alle — Zwangsräumungen verhindern — Immobilienkonzerne enteignen — Kapitalismus überwinden!

Initiativkreis „Google Campus & Co verhindern!“

Info: http://googlecampusverhindern.blogsport.de