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Wir — die Stadtteilinitiative WEM GEHÖRT KREUZBERG — möchten gerne die Karte der Verdrängungsprozesse für "61" aktualisieren: viele Mietshäuser haben nicht nur die Abgeschlossenheitserklärung, sondern sind mittlerweile in Eigentumswohnungen umgewandelt. Kündigungen wegen 'Eigenbedarf' haben Hochkonjunktur. Ferienwohnungen in lukratives möbliertes, zeitlich befristetes Wohnen übertragen. Kleingewerbetreibende verdrängt...
Schaut doch mal in der Karte nach, ob in euren Häusern Daten aktualisiert werden sollten oder ob euer Haus überhaupt schon auf der Karte ist.
Offener Brief von Berliner Mieter:inneninitiativen zur Unterstützung der Mieter:innen von Blaczko!

Wir als Initiativen der Berliner Mieter:innen stehen solidarisch zu den Mieter:innen der Blaczko- Hausverwaltung. Die Blaczko GmbH & Co. KG fällt seit einiger Zeit in ihrem Verhalten gegenüber ihren Mieter:innen negativ auf. Sie handelt aggressiv nicht nur in Wort und Schrift gegen ihre Mieter:innen.

Ein kleiner Überblick:

Vielleicht könnt ihr euch erinnern, dass mit dem Kippen des Mietdeckels ein Vermieter mehreren Mieter:innen eine sehr respektlose Email gesendet hat. Mieter:innen, die ihre Miete aufgrund des Mietendeckels abgesenkt hatten, erhielten ein Schreiben beginnend mit "Zu Früh Gefreut" und wurden sogar aufgefordert das Mietverhältnis schnellstmöglich zu beenden, "da wir solche Mieter wie sie (sic!) sowieso nich bei uns wohnen haben wollen". Unterzeichnet wurde die Mail mit  "F Y" (vermutlich für "Fuck you"). Eine Mieterin ging mit dieser Mail an die Presse, dadurch erfuhren die Mieter:innen erstmals voneinander und der Fall "Blaczko" wurde bekannt. Ein paar Aktivist:innen aus der Mieter:innengewerkschaft Berlin haben sich daraufhin mit den Blaczko Mieter:innen solidarisiert und ihnen Unterstützung angeboten. Alle zusammen beschlossen eine "Initiative Blaczko Mieter:innen" aufzubauen. 

Im Rahmen dieser Vernetzung stellte sich heraus, dass der aggressive Ton ganz normal für die Blaczko-Hausverwaltung ist. Sie pflegt einen respektlosen Umgang mit ihren Mieter:innen und missachtet dabei durchaus auch verschiedene Gesetze, von Miet- bis zu Strafrecht. 

Viele Vergehen kamen dabei erst durch die Organisierung der Mieter:innen ans Licht:

Blaczkos Vermietpraxis bedient sich gezielter Methoden, um Kündigungsschutz und mietpreisrechtliche Schutzvorschriften zu umgehen. So bekommen neue Mieter:innen v.a. teilgewerbliche Mietverträge oder Mietverträge mit Möblierungszuschlag angeboten (sogar ohne die betreffenden Möbel dazu!) oder Angestellte der eigenen Hausverwaltung fungieren als Hauptmieter:innen, die dann lediglich Untermietverträge aushändigen. In mehreren Fällen wurden illegale Vetragsabschlußgebühren einkassiert. In einigen Mietverhältnissen liegen die Mietpreise z.T. bis zu 50 % über der zulässigen Mietobergrenze. Mehrere illegale und versteckte Kameras befinden sich in den Treppenhäusern, Hauseingängen und Hinterhöfen der 25 Blaczko-Häuser. Die  Bewohner:innen werden  illegal  überwacht. Eventuell werden Aufzeichnungen gemacht. Dies stellt eine Verletzung des privaten Lebensbereichs und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen dar.  

Aufgrund dieser und weiterer Verstösse schrieben die Mieter:innen einen offenen Brief mit 11 Forderungen an Blaczko, doch erhielten keinerlei Antwort. Die einzigen Reaktionen bis heute sind massive Einschüchterungsversuche und Drohungen gegen aktive Mieter:innen und Unterstützer:innen:

Mitarbeiter von Blaczko drangen in private Chatgruppen ein, kopierten daraus Nachrichten und benutzten diese in sinnentstelltem Zusammenhang, um danach Abmahnungen und Kündigungen an einzelne Mieter:innen zu verteilen. Ein privater Sicherheitsdienst hielt Mieter:innen und Aktivist:innen in mehreren Fällen durch nötigendes Verhalten davon ab Flyer zu verteilen, die die Mieter:innen über ihre Rechte und Vernetzungsmöglichkeiten informieren sollten. Mehrere Personen wurden von Securitys mit Gegenständen beworfen und offensiv bedroht, verfolgt und gefilmt. Die Blaczko-Hausverwaltung erteilte einzelnen Aktivist:innen und auch Mieter:innen Hausverbote für alle Blaczko-Häuser. Sogar Klingelanlagen wurden abgestellt und Securitys vor den Hauseingängen postiert. Die Blaczko-Hausverwaltung versucht also mit allen Mitteln den Kontakt seiner Mieter:innen untereinander zu verhindern. Mieter:innen, die die Hausverwaltung wegen notwendiger Instandhaltungsarbeiten kontaktiert hatten, wurde damit gedroht, dass sich die Beteiligung an der „Hetzgruppe" (gemeint ist die Chatgruppe der Blaczkovernetzung) oder das Verteilen von Flyern, negativ auf das Mietverhältnis auswirken würde. Zitat: „Sie wollen ja schließlich noch länger hier wohnen, oder nicht?" 

Auch wurden zeitverzögerte Instandhaltungsarbeiten indirekt damit gerechtfertigt, dass sich die betroffenen Mieter:innen in der „Hetzgruppe" engagieren. Blaczko-Mitarbeiter tauchten in Gruppen (bis zu acht Personen) unangemeldet bei Mieter:innen vor der Haustüre auf, mit dem Ziel diese einzuschüchtern. Bürg:innen von Mieter:innen wurden kontaktiert, um auch finanziellen Druck auf diese auszulösen. Ein Mieter wurde nachts durch Sturmklingeln geweckt und an der Gegensprechanlage  bedroht („Komm runter, du weißt um was es geht"). Bei anderen Mieter:innen wurden die Briefkästen aufgebrochen. Ein weiterer aktiver Mieter erhielt einen dubiosen Anruf, wonach seine Wohnung zu vermieten sei, und wenig später waren 3 Fensterscheiben an seinem
Auto eingeschlagen. Nicht alle diese Übergriffe sind beweisbar auf Blaczko zurückzuführen, die Zusammenhänge jedoch mehr als zufällig.

Die Blaczko Mieter:innen benötigen dringend unserer aller Solidarität! Stärken wir ihnen den Rücken und kämpfen wir gemeinsam für ihre Rechte als Mieter:innen. Deshalb schicken wir, eine Vielzahl Berliner Mieter:inneninitiativen, den Blaczko-Mieter:innen unsere solidarischen Grüße! Wir rufen alle Nachbar:innen dazu auf, sie zu unterstützen! Egal ob vor Ort oder finanziell mit einer Spende. 

Wie viele andere Mieter:innen dieser Stadt, haben auch die Blaczko-Mieter:innen Angst ihre Wohnungen zu verlieren, wenn sie ihre Rechte als Mieter:innen geltend machen wollen. Aber bei diesen Mieter:innen ist die Angst sogar noch größer. Sie fühlen sich in ihrem eigenen Zuhause nicht mehr sicher. Wir können nicht tolerieren, dass solche Methoden gegen Mieter:innen angewandt werden. Deshalb sichern wir ihnen unsere Solidarität zu und fordern von der Blaczko Hausverwaltung, ihre elf Forderungen umzusetzen.

Wohnen ist ein Grundrecht. Jede/r von uns hat das Recht auf eine würdevolle und nicht prekäre Wohnung. Jeder Angriff gegen dieses Recht betrifft uns alle!

Liebe Blaczko Mieter:innen: Kämpft weiter für Eure Rechte! Ihr seid nicht alleine und wir stehen solidarisch an Eurer Seite! 
Die Häuser denen, die drin wohnen!

#ZuFruehGefreutBlaczko

Unterzeichner:innen:

Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn
Mieter:innengewerkschaft Berlin
Anonyme Anwohnende
MIETERPARTEI
AktivistInnen für Wohnen, Mieten und Soziales
Initiative WEM GEHÖRT BERLIN
Bündnis Zwangsräumung Verhindern
Stadtteilinitaitve WEM GEHÖRT KREUZBERG
AG Eigenbedarf kennt keine Kündigung
Bizim Kiez
Kiezkneipe Syndikat
Perspektive Selbstverwaltung
Kiezkommune Wedding
Hausprojekt Linie 206
Vernetzung der Akelius-Mieter*innen

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Informationen auf der Webseite Initiative Mieter:innengewerkschaft Berlin

Spenden: https://t.co/I5LI11lXV6?amp=1